114bis8 EDK Ost – Projektschlussbericht 2010 Neuorganisation der Eingangsstufe – warum? Seit den Neunzigerjahren beschäftigen sich Bildungsver- antwortliche mit der Aus- und Umgestaltung der ersten Bil- dungsstufe, dem Kindergarten und den ersten beiden Klassen der Primarstufe. Anlass gab eine umfassende Analyse ver- schiedener Probleme im Kindergarten, beim Schuleintritt und beim Übergang in die Primarschule: – die Diskussion um das Einschulungsalter, – der selektive Schuleintritt mit hohen Rückstellungsquoten und die speziellen Massnahmen wie Einführungsklasse/ Einschulungsjahr, deren Wirkung nicht nachgewiesen wer- den konnten, – der häufige Wechsel der Klassen und Bezugspersonen wäh- rend der ersten Bildungsstufe, – die kantonal sehr unterschiedliche Verweildauer im Kinder- garten (Angebots- und/oder Besuchsobligatorium), – die institutionelleTrennung und unterschiedliche Organisa- tion von Kindergarten und Primarschule, – der Umgang mit der Heterogenität des Entwicklungs- und Lernstandes der Kinder im Kindergarten und in der Primar- schule, – die Forderungen nach früher Integration und Förderung von Kindern aus benachteiligten Familien. Auf Grund dieser Problemlage wurde eine Neuorganisation der Eingangsstufe ohne «Schnittstelle Schuleintritt» im Ver- gleich zu Kindergarten und Primarschule skizziert: Mit der Basisstufe (zwei Jahre Kindergarten und 1. und 2. Pri- marklasse) und der Grundstufe (zwei Jahre Kindergarten und 1. Primarklasse) wurden zwei Modelle entwickelt, deren fle- xible organisatorische Rahmenbedingungen und pädago- gisch-didaktische Arrangements der Entwicklungs- und Leis- tungsheterogenität der Kinder im Alter zwischen vier und acht Jahren gerechter werden sollten. Kantonale Schulversuche mit der Basisstufe und der Grundstufe Mehrere Kantone haben diese Idee der organisatorischen und pädagogischen Neugestaltung der Eingangsstufe aufge- nommen und beschlossen, die Modelle zu erproben. Seit dem Schuljahr 2003/04 begannen, zeitlich gestaffelt, Schulversuche mit der Basisstufe und/oder Grundstufe in den Kantonen AG, AR, BE, FR, GL, LU, NW, SG,TG, ZH und im Fürstentum Liech- tenstein. Die Kantone orientierten sich an gemeinsamen Zielsetzun- gen, definierten jedoch für ihre Schulversuche unterschiedli- che Rahmenbedingungen: Der Eintritt in die Basisstufe oder 3. Klasse 2. Klasse 1. Klasse Kindergarten 2 Kindergarten 1 3. Klasse 2. Klasse Basisstufe 1. Klasse Kindergarten 2 Kindergarten 1 3. Klasse 2. Klasse 1. Klasse GrundstufeKindergarten 2 Kindergarten 1 9 Jahre 8 Jahre 7 Jahre 6 Jahre 5 Jahre 4 Jahre Alter Abbildung 1: Modell Basisstufe und Grundstufe im Vergleich Zusammenfassung
