12 Grundstufe bzw. der Übertritt in die nachfolgende Klasse kann halbjährlich erfolgen. Die Verweildauer ist flexibel: Die Grund- stufe kann in zwei bis vier Jahren, die Basisstufe in drei bis fünf Jahren durchlaufen werden. Der individuelle Erwerb von Vorläuferfertigkeiten und Kultur- techniken sowie spielerisches und aufgabenorientiertes Ler- nen sind in einer altersdurchmischten Klasse zu ermöglichen. Die frühe Förderung und Integration aller Kinder sind anzu- streben. Zwei bis drei Lehrpersonen mit unterschiedlichem Ausbildungshintergrund (je eine Lehrperson des Kindergar- tens und der Primarstufe) arbeiten in gemeinsamer Verant- wortung mit der schulischen Heilpädagogin in einer Klasse; die Lehrpersonen unterrichten mehrheitlich an den Vormitta- gen im Teamteaching. Interkantonale Zusammenarbeit DieErziehungsdirektorenkonferenzOstschweiz(EDK-Ost)und Partnerkantone beschlossen im Jahr 2002, ein gemeinsames Entwicklungsprojekt «Erziehung und Bildung in Kindergar- ten und Unterstufe im Rahmen der EDK-Ost» (EDK-Ost 4bis8) durchzuführen, mit der Zielsetzung, die Kantone in ihren Ent- wicklungsvorhaben zu unterstützen und die Vernetzung zwi- schen den Kantonen sicherzustellen. Das Projekt EDK-Ost 4bis8 erarbeitete pädagogische Grundlagen für die Schulver- suche, stellte den fachlichen Austausch unter den kantonalen Projektverantwortlichen sicher und war für die organisato- rische Umsetzung der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation der Schulversuche verantwortlich. Das Entwick- lungsprojekt der EDK-Ost 4bis8 endet mit dem Abschluss des Evaluationsprojekts. Erkenntnisse aus den Schulversuchen mit der Basis- stufe und der Grundstufe Mit dem Modell der Basisstufe und der Grundstufe konnten die in den Schulversuchen gesetzten Ziele grundsätzlich er- reicht werden. Die Ergebnisse der beiden Modelle unterschei- den sich kaum. Dies zeigen die wichtigsten Erkenntnisse aus den Schulversuchen: – Die Schnittstelle zwischen Kindergarten und 1. Klasse kann aufgelöst werden. Spezielle Massnahmen, wie Einschu- lungsklassen oder Einführungsklassen, sind mit den neuen Modellen nicht notwendig. – Der Übertritt von der Basisstufe oder Grundstufe in die 2. oder 3. Klasse gelingt unterschiedlich gut, je nach Koope- rationsbereitschaft der Lehrpersonen. – Mit demTeamteaching und der engen Zusammenarbeit mit weiteren Fachpersonen gelingt die Integration von Kindern mit verstärkten sonderpädagogischen Massnahmen. Eine Überforderung der Lehrpersonen ist nicht eingetreten. – Die Integration aller Kinder führt zu keinen Nachteilen für die leistungsstärkeren Kinder. – Kindergarten und 1./2. Primarklasse können organisatorisch und pädagogisch-didaktisch zusammengeführt werden. Stufenspezifische Elemente bleiben erhalten und der Unter- richt kann gemeinsam weiterentwickelt werden. – «Spielen und Lernen» in flexiblen, altersheterogenen Grup- pen ist eine spezifische Unterrichtsform der Basisstufe und Grundstufe, mit der individualisierendes Lernen erfolgreich umgesetzt werden kann. Spielerisches und aufgabenorien- tiertes Lernen sind gleichzeitig und sich ergänzend möglich. – Die Vorläuferkompetenzen in Lesen und Mathematik kön- nen am Anfang der Basisstufe oder Grundstufe früher geför- dert werden. Die Wirkung ist jedoch nicht nachhaltig, nach vier Jahren haben sich die Leistungen in Lesen und Mathe- matik wieder angeglichen. – Die individuell unterschiedlicheVerweildauer und der flexib- le Eintritt in die Basisstufe oder Grundstufe bzw. der Über- tritt in die nachfolgende Klasse werden genutzt. – Die Schulen haben sich freiwillig am Schulversuch beteiligt. – Die Lehrpersonen schätzen die Zusammenarbeit im Team im Umfang von 15 bis 18 Lektionen pro Woche und die ge- meinsame Verantwortung für den Unterricht. – Eltern, welche die pädagogischen Ziele der neuen Model- le durch Erfahrungen ihrer Kinder kennenlernen, schätzen diese durchwegs positiv ein. Ergebnisse im Vergleich Basisstufe, Grundstufe, Kindergarten, 1. bzw. 2. Primarklasse: – Beim Leistungsvergleich unter den drei Organisationsfor- men ist zu bedenken, dass bei den neuen Modellen ein er- hebliches Mass an Entwicklungsarbeit, speziell im pädago- gisch-didaktischen Bereich, erst im Verlauf der Schulversu- che geleistet werden konnte und noch nicht abgeschlossen ist. Gleichzeitig ist auch der Kindergarten, beispielsweise mit der Einführung von Lehrplänen, in einem Entwicklungs- prozess, dessen Effekte sich in der Evaluation noch nicht auswirken konnten. – Die Untersuchungen zeigen auf, dass die Grundstufe, die Basisstufe und das traditionelle System mit Kindergarten und 1./2. Primarklasse vergleichbare Leistungen erbringen und auf gute Akzeptanz von Seiten der Eltern stossen. – Die Lernziele werden in allen drei Organisationsformen der Eingangsstufe am Ende der 3. Klasse gleich gut erfüllt. In der Basisstufe und Grundstufe gelingt dies mit der Integ- ration fast aller Kinder und dem Verzicht auf separierende Massnahmen wie Einführungsklassen, Einschulungsklas- sen oder Rückstellungen in den Kindergarten. – Keinem der drei Organisationsmodelle gelingt es, Kinder
