134bis8 EDK Ost – Projektschlussbericht 2010 aus benachteiligten Familien genügend zu unterstützen. Die primäre Ungleichheit – bedingt durch unterschiedli- che Lern- und Entwicklungsmilieus im Vorschulalter und die Kenntnis der Bildungssprache – kann nicht verringert werden. – Die Kosten für die Grundstufe oder Basisstufe sind insge- samt höher als diejenigen für den Kindergarten und die 1./2. Primarklasse. Um wie viel die Kosten höher sind, hängt von den kantonalen Rahmenbedingungen und Vorgaben ab. Die Mehrkosten wirken sich entsprechend von Kanton zu Kanton verschieden aus. Berechnungen zeigen jedoch, dass es auf Grund der Optimierungsmöglichkeiten in der Klassenbildung gerade in Gemeinden mit Kleinstschulen zu kostenneutralen Lösungen oder sogar Einsparungen gegenüber dem Kindergarten und den 1./2. Primarklassen kommen kann. Entwicklungen in Kindergarten und Primarschule Die Fragestellungen, verglichen mit denjenigen zu Beginn des Projekts von 2002, haben sich erheblich verändert. So sind in den letzten Jahren in der Weiterentwicklung des Kindergar- tens, des Schuleintritts und des Übertritts in die 1. Primar- klasse in vielen deutsch- und gemischtsprachigen Kantonen wesentliche Massnahmen umgesetzt worden, die bei einer Beurteilung und Bewertung der Ergebnisse des Schulversu- ches ebenfalls zu berücksichtigen sind: – die Einführung von verbindlichen Lehrplänen für den Kin- dergarten, – die organisatorische und strukturelle Einbindung des Kin- dergartens in die Volksschule, – die Erhöhung der Unterrichtszeit der Kinder im Kindergar- ten (Blockzeiten), – die Einführung der Integrativen Förderung, – die Veränderung in der Ausbildung und Weiterbildung der Lehrpersonen für den Kindergarten und für die Primarstufe. 21 Kantone und das Fürstentum Liechtenstein haben in einem Projektverbund ein bedeutendes Schulentwicklungsanliegen auf überregionaler Ebene aktiv unterstützt. Wichtige Erkennt- nisse liegen nun vor und die Vernetzung zwischen den Kanto- nen war eine Bereicherung. Für die weiteren Entscheide bzw. die pädagogische und struk- turelleAusgestaltung der Eingangsstufe stehen den Kantonen nun vielfältige Erkenntnisse und umfangreiche Grundlagen zur Verfügung. Basisstufe und Grundstufe sind zwei Modelle, deren flexible organisatorische Rahmenbedingungen und pädago- gische Arrangements der Entwicklungs- und Leistungsheterogenität der Kinder im Alter von vier bis acht Jahren gerechter werden.
