394bis8 EDK Ost – Projektschlussbericht 2010 3.4.1 Aargau Bestandesaufnahme Der Umstand,dass im KantonAargau rund 7 Prozent der Schü- lerinnen und Schüler verzögert eingeschult und 16 Prozent der Kinder einer Einschulungsklasse zugewiesen wurden, wurde als Indikator gewertet, dass das Bildungspotential im Kanton Aargau in Kindergarten und Unterstufe noch besser genutzt werden müsste. Zudem nahmen zwischen 1993 und 2003 die Schülerzahlen von Einschulungsklassen um 54 Prozent und jene der Kleinklassen der Primarschule um 24 Prozent zu, ob- wohl die Schülerzahlen im gleichen Zeitraum um 3 Prozent zurückgingen. Im Sommer 2003 wurde ein Schulversuch ge- startet, in welchem sowohl die Grund- als auch die Basisstufe erprobt werden konnten. Projektgeschichte/Erfahrungen Im Schuljahr 2003/04 starteten sechs Grundstufen- und vier Basisstufenabteilungen aus sechs Gemeinden mit der Er- probung der neuen Eingangsstufe. Um die beteiligten Lehr- personen in ihrer anspruchsvollen Aufgabe im Umgang mit heterogenen Schülergruppen zu unterstützen, wurde ein Wei- terbildungs- und Supportangebot angeboten, welches folgen- de Schwerpunkte umfasste: – Sechs obligatorische Kurstage pro Jahr in der Fachhoch- schule Nordwestschweiz (FHNW). Der Besuch der Weiter- bildung war für alle Lehrpersonen aus den Versuchsklassen obligatorisch. Dieses kursorische Weiterbildungsprogramm dauerte bis Ende Schuljahr 2005/06. – Unterrichtsberatung für alle beteiligten Lehrpersonen. – Supervision (Tandemberatung). – Regelmässige Erfahrungsaustauschrunden. – Im Weiteren konnten die Lehrpersonen Dozierende der FHNW für fachdidaktische Fragen beiziehen. Die ersten Erfahrungen der Vorbereitungs- und Startphase wurden im April 2004 dokumentiert (Zwischenbericht Grund- und Basisstufe, Silvia Bürkler, 2004). Der Schwerpunkt lag in der Evaluation der Rahmenbedingungen und bei der Befra- gung von beteiligten Eltern zur Akzeptanz des Schulversuchs. Bei Lehrpersonen wurden insbesondere Fragen zur Teamar- beit gestellt. Die Ergebnisse fanden in der Tendenz ihre Be- stätigung in der Evaluation des Projekts 4bis8 der EDK-Ost. Im Frühling 2006 entschied der Regierungsrat, das Projekt Grund- und Basisstufe in die umfassende Bildungsreform Bil- dungskleeblatt zu integrieren, zumal sich die Überzeugung durchsetzte, dass die vier Reformprojekte (Eingangsstufe, Harmonisierung Schulstrukturen, Tagesstrukturen und Lekti- onenzuteilung mit Sozialindex) in engem Bezug zueinander standen und sich demzufolge eine Gesamtplanung (Planungs- bericht Bildungskleeblatt,2007) bezüglich pädagogischerAus- richtung, Schulstandorte, Raumbedarf, Personal,Weiterbildung und Finanzen aufdrängte. Entsprechend wurde der Schulver- such bis zum Vorliegen eines definitiven politischen Ent- scheids verlängert. Da der Regierungsrat dem Grossen Rat nur ein Modell unter- breiten wollte, stand die Frage an: dreijährige Grund- oder vierjährige Basisstufe? Dabei hat er u.a. die «Argumente für die Basisstufe aus pädagogisch-psychologisch und didakti- scher Sicht» von Ursula Hottinger von der Fachhochschule Nordwestschweiz einbezogen. Der Entscheid zugunsten der Basisstufe stiess auch im neu sich formierenden Bildungsraum Nordwestschweiz aus folgenden Gründen auf Akzeptanz: – Die Basisstufe ist kompatibel zur vorgesehenen Struktur des Lehrplans 21 (4-4-3) und zu den Bildungsstandards im 4. Bildungsjahr. – Die Basisstufe bietet ein reichhaltigeres Lernspektrum und Lernangebot. Modelllernen unter Kindern ist eher möglich. – Eine heterogenere Schülerschaft (vier Jahrgänge) ist förder- licher für Entwicklung von Selbst-, Sozial- und Methoden- kompetenz. – Der Abschluss der grundlegenden Fertigkeiten gemäss heutigem und wohl auch zukünftigem Lehrplan ist am Ende des 4. Bildungsjahres.
