EDK-Ost 4bis8

694bis8 EDK Ost – Projektschlussbericht 2010 eine gute Nachfolgestruktur zur Grundstufe bietet. So durchläuft ein Kind die Primarschule im Regelfall wie folgt: - 3 Jahre Grundstufe (rund 90 Prozent besuchen das frei- willige «1. Kindergartenjahr») - 3 Jahre altersdurchmischte Mittelstufe I - 2 Jahre altersdurchmischte Mittelstufe II. Die Schulleitung zur dieser Struktur: «Die Schülerinnen und Schüler erleben den Übergang in die nächste Stufe in der Regel als fliessend. Erfreut stellen wir fest, dass auch die Lehrpersonen der Primarschule dasArbeiten im Unterrichts- team schätzen und die Möglichkeiten auf verschiedene Weise nutzen. Der Unterricht wird offener, und das individu- elle Fördern und Zulassen von unterschiedlichen Lernwe- gen werden vermehrt Praxis. Für Lehrpersonen ist das al- tersdurchmischte Unterrichten eine Herausforderung (die wenig passenden Lehrmittel, das am Jahrgang orientierte Beurteilungssystem etc.). Die meisten Lehrpersonen haben diese mit Freude und Engagement angenommen, obwohl die Belastung in der Umstellungsphase gross war. In der Umstellungsphase brauchte es auch viel Überzeugungsar- beit bei Eltern. Es lässt sich aber bereits sagen, dass auch von dieser Seite die Vorteile gesehen werden, die das Mehr- klassensystem für ihre Kinder bringt. Insbesondere das Ler- nen der Kinder voneinander wird in persönlichen Rückmel- dungen immer wieder sehr positiv gewertet.» In Hergiswil ist die Grundstufe Alltag geworden, der Pionier- charakter am Schwinden und die neue Eingangsstufe damit fest verankert. Die Schule Hergiswil fände es vor diesem Hin- tergrund «ausserordentlich bedauerlich, wenn die Grundstufe als Modell nicht weiter bestehen würde». Entsprechend reichte die Schulgemeinde Hergiswil im No- vember 2009 einen Antrag auf eine Versuchsverlängerung bis zu einem verbindlichen kantonalen Modellentscheid ein. Die- sem Begehren hat der Regierungsrat im Februar 2010 statt- gegeben. Der Entscheid über die Ausgestaltung der künftigen Schul- eingangsstufe im Kanton Nidwalden wird unter Berücksich- tigung der Evaluationsergebnisse des Projekts der EDK-Ost 4bis8, des Berichts «Modellvergleich» der BKZ-Arbeitsgruppe 4bis8 und weiterer Einflussgrössen gefällt werden. Dabei wird nach Möglichkeit eine regionale beziehungsweise deutsch- schweizerische Koordination angestrebt. 3.4.8 St.Gallen Bestandesaufnahme Seit August 2008 treten im Kanton St.Gallen alle Kinder, wel- che bis zum 31. Juli das vierte Altersjahr vollendet haben, auf Schuljahresbeginn obligatorisch in den Kindergarten ein. Die Eltern können in begründeten Fällen bei der Schulleitung ein Gesuch um Rückstellung vom Kindergartenbesuch um ein halbes oder ein ganzes Jahr stellen. Ebenfalls seitAugust 2008 gelten verbindliche Blockzeiten für alle Kinder im Kindergar- ten und der Primarschule von vier Lektionen am Morgen. Auf Wunsch der Eltern können die Kinder des jüngsten Jahrgangs vom Besuch der ersten Lektion freigestellt werden. Damit um- fasst der Unterrichtsbesuch für die Kinder folgende Pensen: – Kindergarten erster Jahrgang: 15–20 Lektionen – Kindergarten zweiter Jahrgang: 24 Lektionen – 1. und 2. Primarschulklasse: 24 Lektionen Gleichzeitig mit den Blockzeiten wurden im Kindergarten und auf der Primarstufe Teamteachinglektionen im Rahmen von zwei bis vier Lektionen eingeführt. Projektgeschichte Wie in anderen Kantonen zeigten sich an der Schnittstelle vom Kindergarten zur Primarschule zunehmend mehr Probleme. Etwa 20 Prozent eines Jahrgangs werden nicht altersgemäss eingeschult, das heisst, die Kinder verweilen ein Jahr länger im Kindergarten oder werden über den Umweg Einführungs- klasse eingeschult. Zudem erhalten ungefähr 25 Prozent der Kinder der Altersspanne Vier- bis Zwölfjährige eine sonder- pädagogische Unterstützung. Der Erziehungsrat des Kantons St.Gallen sah im Jahr 2000 Handlungsbedarf bezüglich dieser Schnittstelle. Er initiierte das kantonale Projekt Basisstufe mit dem Auftrag, Schulversuche sowohl zum dreijährigen Modell (Kindergarten/1. Klasse) und zum vierjährigen Modell (Kinder- garten/1. und 2. Klasse) durchzuführen. Die Schulversuche sollten zeigen, ob das Modell Basisstufe die Schwierigkeiten an der Schnittstelle überzeugend löst. Im Jahr 2001 nahm die dreiköpfige Projektleitung (je eine Vertretung der Primar- und Kindergartenstufe und der Erzie- hungswissenschaft, insgesamt 70 Stellenprozente) ihre Arbeit auf. Zunächst wurden Konzepte erstellt, Informationsveran- staltungen durchgeführt und ein Weiterbildungsangebot für die Lehrpersonen konzipiert. 2003 starteten fünf Pilotklas- sen mit dem Modell Basisstufe 4, 2004 bis 2008 wurden die

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