EDK-Ost 4bis8

74bis8 EDK Ost – Projektschlussbericht 2010 Vorwort des Auftraggebers Die Neugestaltung und inhaltliche Neuausrichtung der Ein- gangsstufe ist eines der zahlreichen Themen, die uns im Zusammenhang mit den laufenden grossen Projekten im schweizerischen Bildungswesen seit längerer Zeit nicht nur beschäftigen, sondern zugleich fordern und herausfordern, und zwar unabhängig davon, ob wir nun als Lehrpersonen, Angehörige der Bildungsverwaltung, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler oder als verantwortliche Politikerinnen und Politiker in den Kantonen und Gemeinden angesprochen sind. Die Frage, ob das zurzeit geltende System eines Schuleintritts nach einem Stichdatum und basierend auf Jahrgangsklassen mit der gesellschaftlichen Entwicklung noch in Einklang zu bringen ist und den Bedürfnissen der Kinder in unserem Land entspricht, ist unbesehen davon gestellt, ob man an einer Weiterführung des Kindergartens und der 1./2. Klassen – mit inhaltlichen Modifikationen – festhält oder sich für eine Basis- stufe oder Grundstufe ausspricht. Erkenntnisse aus Wissen- schaft und Forschung, aber auch aus der schulischen Praxis, belegen, dass hier Handlungsbedarf besteht. Tragfähige, diffe- renzierte Antworten und Lösungen sind gesucht; dabei gilt es auch, neue Modelle zu evaluieren. Zwei mögliche Modelle einer Eingangsstufe – die Basisstu- fe und die Grundstufe – wurden nun in der Praxis eingehend getestet und wissenschaftlich evaluiert. Die damit in Zu- sammenhang stehenden Fragestellungen und Problemkreise wurden in einer umfassenden Auslegeordnung analysiert. Der nicht einfache Diskurs über die Chancen beider Modelle – in offener Gegenüberstellung zum heutigen System – wird jetzt zu führen sein. Das Vorliegen der Ergebnisse des Schlussberichtes der Evalu- ation, aber auch der weiteren projektrelevanten strukturellen und finanzpolitischen Parameter, lässt eine erste Beurteilung zu, die letztlich in den einzelnen Kantonen zu diskutieren sein wird. Ebenso wird es auch Sache der Kantone sein, die sich daraus ergebenden Konsequenzen zu ziehen und Anpassun- gen, welcher Art auch immer, vorzunehmen. Nicht alles, was uns bisher richtig erschien und erfolgreich war, muss zwingend Neuem weichen. In einem anzustre- benden Bildungskonzept der Volksschule ist indessen der Eingangsstufe auf jeden Fall ein grosser Stellenwert beizu- messen. Hier werden doch die Grundlagen gelegt für eine er- folgreiche, auf die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten und auf eine Chancengerechtigkeit ausgerichtete schulische Laufbahn aller Kinder. Dank Wir sind einen Schritt weiter. Die Schulversuche in den Kanto- nen sind teilweise abgeschlossen, und der vorliegende Bericht leistet einen weiteren Beitrag zur Gestaltung der Eingangs- stufe. Dies haben in erster Linie – und daher sei ihnen ein ganz spezieller Dank gewidmet – die Lehrpersonen ermöglicht, die sich mit Entschlossenheit und der notwendigen Sensibilität in den Schulversuchen engagierten. Ein weiterer Dank gilt allen beteiligten Personen der kantonalen Bildungsverwaltun- gen und der Pädagogischen Hochschulen. Sie haben sich in verschiedenster Art und Weise immer wieder und konsequent mit dem Thema auseinandergesetzt und über all die Jahre zusammen mit der Projektleitung der EDK-Ost 4bis8 die in- terkantonale Koordination und die Zusammenarbeit konkreti- siert. Den Autorinnen und Autoren, die zum Gelingen dieses Berichtes beigetragen haben, sei ebenfalls gedankt. Es muss als äusserst positives Moment im Rahmen des gan- zen Prozesses gewürdigt werden, dass während derVersuchs- phase die Diskussion um die Gestaltung der Eingangsstufe in sonst selten gekannter Nähe und Intensität zwischen Politik, Verwaltung, Lehrpersonen und Wissenschaft geführt worden ist. Regierungsrat Stefan Kölliker Vorsteher Bildungsdepartement des Kantons St.Gallen, Präsident der EDK-Ost Dr. Raphaël Rohner Departementssekretär Erziehungsdepartement des Kantons Schaffhausen Präsident der Projektkommission EDK-Ost 4bis8

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